Oktober 2008
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Mittwoch, 22 Oktober, 2008
Landschaft für Kirkeby No.5
Das Handbuch von Kirkeby wird in einzelne Blätter zerlegt und mit Landschaften in Tusche bezeichnet.
Versuch einer absurden Verbindung von Text und Bild.
Blattgröße : eine Doppelseite ca. 24x37 cm.
Hier: Seite 24 + 25, Landschaft in Tusche,Samstags vor der Natur gezeichnet
Preis: € 65.- zzgl. Versandkosten (€ 2,20)
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"Habe letztens ein paar Träume gehabt_ ich,der sonst nie träumt - für die man kaum Dr. Freud heranziehen braucht.
In dem einen war ich permanent unterwegs. Ich befand mich in durchsichtigen Röhren, von denen aus ich verzweifelt der Familie zuwinkte, die von meinem vorbeihuschenden Schatten keine Notiz nahm. Immer wenn ich weg musste, ging ich zur Toilette, sprang hinein, und kam im Röhrensystem wieder heraus. Das Sonderbare an solch einem Traum ist ja, dass einem alles vollständig normal und seriös vorkommt." (Per Kirkeby, "Handbuch", Berlin 1993)
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Dienstag, 21 Oktober, 2008
Betacity ist unverzichtbar ! Kann man Kunst lernen ?
Per Rohrpost über Betacity zum Mitschunkeln ! Kann man Kunst lernen ? 98% der Absolventen unserer Kunstakademien scheitern im Beruf d.h. Sie können sich nicht in dem gewählten Beruf behaupten. Am Ende steht die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen! Auch wird die Frage diskutiert, wo ist denn die Kunst abseits des großen Marktes oder gibt es sie dort überhaupt und ist das was es am Markt gibt auch noch Kunst ? Jede Menge Bonmots zum Künstlerdasein !
Das Gespräch erinnert mich an putzige Ausstellung der Absolventen der Karlsruher Akademie vor einigen Jahren: Da hatte einer der jungen Künstler einen Wasserbohrer, eine herabhängende Bohrmaschine, deren Bohrspitze sich in einem Eimer Wasser drehen konnte, als Abschlussarbeit beigesteuert.
Montag, 20 Oktober, 2008
Aus dem Leben eines Künstlers - Marcel Bascoulard
(As soon as he left the gallery collectors pounced upon his works like vultures)
Heute geht es um Marcel Bascoulard (1913-1978), einen Sonderling und Zeichner. Erst nach der Ermordung in seiner aus Holz und Pappe gebauten Behausung am Stadtrand von Bourges wurde der bis dahin als Sonderling betrachtete Zeichner bekannt.
Der Verlag Buchet-Chastel hat in Band No.2 der Le Cahier Dessine eine Portrait mit vielen Abbildungen im Jahr 2003 veröffentlicht. Bascoulard zog auf einem selbst gebauten Dreirad und seltsam gekleidet durch die Strassen von Bourges. Angeblich ab 1934 hat er die Stadt in zahlreichen, vor Ort erstellten, enorm detaillreichen Zeichnungen festgehalten. Ausgehend von einem Liniengerüst (Konturen) wurde die Zeichnung immer weiter verdichtet bis zuletzt ein nahezu fotografisch genaues Bild entstand. Bascoulard hatte seine Hand wohl derartig trainiert, daß er Perspektive und Proportionen mit großer Genauigkeit wiedergeben konnte, ohne dabei irgendwelche Hilfsmittel ja nicht einmal ein Zeichenbrett zu benötigen.
Nach seinem Tode wurden seine Arbeiten als Raritäten ausserordentlich begehrt. Gerade zu als wundersam, darf da die Auktion auf EBAY gesehen werden, bei der eine Bascoulard Zeichnung heute für €556.- verkauft wurde, denn eigentlich sind diese Arbeiten nicht verfügbar. Das lausige Foto lässt viele Fragen offen. Leider kann man weder die Signatur noch das genaue Datum, geschweige irgendwelche zeichnerischen Details klar erkennen.
Im Netz gibt es leider nicht sehr viel an Bildmaterial zu sehen. Die Funktionsweise der Webseite unter http://berrichou.free.fr/bascou ist mir nicht ganz klar. Aber durch Anklicken der Bilddateien findet man schliesslich einige Beispiele seiner Arbeiten.
Samstag, 18 Oktober, 2008
Landschaft für Kirkeby No.4
Das Handbuch von Kirkeby wird in einzelne Blätter zerlegt und mit Landschaften in Tusche bezeichnet.
Versuch einer absurden Verbindung von Text und Bild.
Blattgröße : eine Doppelseite ca. 24x37 cm.
Hier: Seite 74 + 71, Landschaft in Tusche,Samstags vor der Natur gezeichnet
Preis: € 65.- zzgl. Versandkosten (€ 2,20)
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"Fing alles mit Turner an ? Ein amerikanisches Gespräch am Ufer des Oslo-Fjordes. Mittsommer, und es wird nie dunkel. Mein Amerikaner wollte erklrären,warum Turner, für den ich meine alte Schwäche zugegeben hatte, nicht gut war.
Turner,so konnte ich hören, besass die Schwäche, diesen leichtfertigen Trick, dass er zunächst Farbkleckse und Farbmassen als effektive aber unpräzise Stimmungsmache auf die Leinwand brachte, und dann, als oberste Schicht sozusagen, eine Zeichnung hizufügte,die alle Hinweise in sich birgt und das Motiv darstellt. Das eine ist dem anderen nicht verpflichtet: die Farben sind dem Motiv nicht zur Präzision der Erinnerung verpflichtet, und die Farben werden nicht zum Motiv.
Genau diesen Vorwurf erhebe ich gegen vieles,das sich heute Kunst nennt.Nicht die amerikanische, denn dort finde ich es natürlich,sondern die europäische, die es meiner Ansicht nach besser wissen müsste. Das Intrikate der Angelegenheit ist, dass ich mich noch immer -offenen Auges - von Turner verführen lasse. Und dass der Amerikaner seine Vorwürfe gegen einen europäischen Künstler richtete." (Per Kirkeby, "Handbuch", Berlin 1993)
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Donnerstag, 16 Oktober, 2008
Canvases and Careers Today - Criticism and Its Markets - oder die Kunstkritik in der Klemme
Unter dem Titel "Canvases and Careers Today" sind 11 Beiträge (in Englisch) zur Lage der Kunstkritik heute vom Verlag Sternberg Press (ISBN 978-1-933128-47-4 / 2008) veröffentlicht. Die Beiträge stammen von einer Konferenz aus dem Dezember 2007 an der Städelschule in Frankfurt, initiert durch das Institut für Kunstkritik. Der Titel der Konferenz spielt an auf "Canvases and Careers" von Harrison und Cynthia White (1965), die den Umbruch im französischen Kunstmarkt im 19. Jh. untersucht haben.
"Canvases and Careers today" wollte das Thema aufgreifen und ein "Update" liefern. War es damals das Erscheinen der Kunstkritik als neuer, maßgeblicher Faktor am Kunstmarkt, so befasst sich man sich heute mit eingreifenden Veränderungen am Kunstmarkt, die anscheinend oder tatsächlich die Kunstkritik überflüssig machen oder sie zumindest in eine Randexistenz drängen. Die Rollen sind längst nicht mehr klar und eindeutig verteilt, Händler sind Kritiker, Kritiker sind Künstler und Künstler werden zu Händlern.
Einfach ausgedrückt geht es nicht mehr nur um die Rolle, sondern um die Existenzberechtigung von Kunstkritik angesichts eines medial aufgeblähten,sich nach kapitalistischen Grundsätzen immer schneller verändernden Marktes. Die Bandbreite der Meinungen reicht von überflüssig bzw. nicht existent bis notwendig wie nie zuvor. Dabei scheint die Skepsis in den USA größer als in Europa.
Interessant ist der Band als Momentaufnahme für die Zustände in der Kunstkritik, aber auch am Kunstmarkt. Besonders hervorzuheben ist der Beitrag von Merlin Carpenter, dessen Beitrag auch im Netz steht (Link),weil er unteranderem klar genug die für Außenstehende normalerweise "unsichtbaren" Verknüpfungen (Seilschaften) zwischen Künstlern, Kritikern, Kuratoren und Galleristen anspricht. Beängstigend ist auch zu sehen, in welch krasser Weise sich die Cliquen der Kunstkritik eingemauert haben.
Dienstag, 14 Oktober, 2008
In den Strassen von Avignon - Begegnung mit dem Maskaron
Durch die Strassen von Avignon zu streifen ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Zahlreiche beindruckende Bauten aus der Renaissance sind noch erhalten. An den Fassaden findet man immer wieder so genannte Maskarons.
Sonntag, 12 Oktober, 2008
Landschaft für Kirkeby No.3
Das Handbuch von Kirkeby wird in einzelne Blätter zerlegt und mit Landschaften in Tusche bezeichnet.
Versuch einer absurden Verbindung von Text und Bild.
Blattgröße : eine Doppelseite ca. 24x37 cm.
Hier: Seite 80 + 65, Landschaft in Tusche,Sonntags vor der Natur gezeichnet
Preis: € 65.- zzgl. Versandkosten (€ 2,20)
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"Normalerweise benutzen Künstler die anderen, um sich selbst an ihnen emporzuschwingen. Das merkwürdige und notwendige Selbstgefühl - um in diesem absurden <<Metier>> Kraft zu haben - nährt man am besten durch Anerkennung der Qualität sowie gleichzeitig durch ein abschätzendes <<das kann ich besser machen>>." (Per Kirkeby, "Handbuch", Berlin 1993)
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Freitag, 10 Oktober, 2008
Menschliche Existenz als Experiment - Carlfriedrich Claus 1997 - Schrift als Spur menschlichen Denkens
Vor einiger Zeit gab es einen sehr schönen Band über Carl Friedrich Clauss (Buch Link zu Amazon, Link zu Carlfriedrich Claus - Wikipedia) im Buchhandel. Jetzt bin ich zufällig auf ein Video-Portrait von Carlfriedrich Claus auf Ubu-Web gestossen.
Die Vorstellungen und Erkenntnisse von Carlfriedrich Claus über den Zusammenhang Denken, Sprechen und Schreiben sind für Zeichner sehr interessant. Die Feststellung, daß sich das Denken eines Rechtshänders beim Schreiben mit der linken, ungeübten Hand verändert,stockt bzw. "verfärbt" lässt sich nachvollziehen und praktisch nachprüfen. Die Tatsache, daß man beim Zeichnen nicht nur eine Vorstellung in mechanische Bewegung der Hand umsetzt und "abgibt", sondern auch umgekehrt durch die Bewegung der Hand eine Art Programmierung in umgekehrter Richtung von der Mechanik der Hand in das Vorstellungsvermögen stattfindet, ist für mich eine faszinierende Erfahrung beim Zeichnen.
Sonntag, 05 Oktober, 2008
Landschaft für Kirkeby No.2
Das Handbuch von Kirkeby wird in einzelne Blätter zerlegt und mit Landschaften in Tusche bezeichnet.
Versuch einer absurden Verbindung von Text und Bild.
Blattgröße : eine Doppelseite ca. 24x37 cm.
Hier: Seite 14+Titel, Landschaft in Tusche,Freitags vor der Natur gezeichnet
Preis: € 65.- zzgl. Versandkosten (€ 2,20)
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"Jedesmal,wenn ich die grüne Insel erreiche und zu malen anfange, werde ich von der Natur ergriffen. Die mühsam, während langer dunkler Winter und in grossen Städten aufgebauten Bilder, werden hier von Himmel, Meer, Bäumen und Grünem weggefegt. Und ich werde vom Lyrismus der Natur bis zur Lächerlichkeit geplagt, ich fühle mich unfrei, wie gebunden vom Naturalismus" (Per Kirkeby, "Kristallgesicht", Bern 1990)
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Auf einer Wiese bei Zaisersweiher sitzend, mit Blick nach Westen auf die am Horizont laufende Landstrasse zeichne ich während eine Horde Kinder mit Geschrei und Hallo gewaltige Kanthölzer mit Hammer und Nägeln zu Baumhäusern in die Feldgehölze drischt.
