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Donnerstag, 01 Juli, 2010
Mein Museumstagebuch (ist voll)
Seit 2006 führe ich ein Museumstagebuch. Im Prestel Verlag ist 2005 ein Buch erschienen, in dem man zu insgesamt 32 Museumsbesuchen auf jeweils 4 Seiten Notizen anlegen kann. Neben Feldern für die Veranstaltungsdaten wird versucht, über Stichworte zur Ausstellung und Umgebung den Nutzer zu einer weitergehenden Erschließung des Gesehenen und Erlebten anzuregen. Für mich waren diese Anregungen sehr nützlich und ich bedaure, daß dieses Buch bisher nicht neu aufgelegt wurde. Allerdings verfügt der Verlag, wie ich höre, über Restexemplare,die über den Buchhandel bezogen werden können.
Zwar wird man gelegentlich seltsam angesehen, wenn man mit Notizbuch und Stift durch eine Ausstellung geht, aber es lohnt sich. Zum einen ist es schön, später noch einmal durch die eigenen Notizen zu lesen und die Eintrittskarten und Flyer zu betrachten. Gleichzeitig entwickelt man automatisch eine "gehaltvollere Art" des Museums- oder Ausstellungsbesuches. Das Aufschreiben der Gedanken, Eindrücke Anregungen etc. führt zu einer weitergehenden Verarbeitung und damit zu größerem Nutzen. Ich wünschte, ich hätte schon sehr viel früher solch ein Tagebuch geführt, denn die Erinnerung an einige Ausstellungen von ganz herausragender Qualität und mit Exponaten, die man so nur einmal im Leben zu sehen bekommt, verblasst leider mit der Zeit .
Mittwoch, 19 Mai, 2010
Dominique Goblet - Kurzportrait auf Arte-TV
Auf Arte-TV ist ein Kurzportrait der belgischen Künstlerin Dominique Goblet zu sehen. Am 22. Mai erscheint ein Buch von Dominique Goblet und ihrer Tochter Nikita Fossoul mit dem Titel "Chronographie". Dieses Buch ist ein weiteres Langzeit Projekt der belgischen Künstlerin. Über zehn Jahre haben Tochter und Mutter gegenseitig Portraits von einander gezeichnet. (Link zu einem früheren Beitrag über Dominique Goblet)
Mittwoch, 14 April, 2010
Ratschläge für Raucher
Neu in der Edition Handdruck erschienen: Der amtliche Ratgeber für Raucher. Auf 18 Seiten ist klar und prägnant alles, was der Raucher wissen muss, zusammengefasst.
Diese Perlen der Weisheit stehen nun jedermann/frau zur Verfügung. Das Angebot ist allerdings knapp: nur 3 Unikatexemplare. Jetzt zuschlagen und bestellen für nur € 3.99 zzgl. Porto bevor es zu spät ist, was immer das für Sie heissen mag.
Samstag, 21 März, 2009
Montmajour in der Provence
Die Abbaye Montmajour mit dem angebauten Renaissance Schloß liegt nicht weit von Arles entfernt. In dieser Gegend hat sich der gute Vincent oft herumgetrieben und in sengender Hitze seine Bilder gemalt.
In den Räumen herrscht eine unvergleichliche Atmosphäre, wobei die Kirche und der Kreuzgang bei mir den stärksten Eindruck hinterlassen. Draussen fasziniert die Nekropole, die von Lucien Clergue 1955 in zeitlosen Schwarzweiss Photographien dokumentiert wurde. Vor fast genau einem Jahr habe ich zuletzt eine Monotypie mit einer Ansicht aus ähnlicher Perspektive (Blick aus dem Kreuzgang zum Schloss) hier veröffentlicht.
Mittwoch, 04 März, 2009
Der Umzug - Illustration zu einem Roman von Georges Simenon
"Der Umzug" ist der Titel der zweiten Illustration nach einem Roman von Georges Simenon. Das Buch erzählt die Geschichte des Emile Jovis,der mit seiner kleinen Familie in eine Pariser Trabantenstadt umgezogen ist. Clairvie heisst die Siedlung, aber im Leben der Hauptfigur ist bald gar nichts mehr klar.
Der Ortswechsel zieht weitreichende Folgen nach sich. Jovis gerät in den Sog eines kleinkriminellen Mileus der schäbigen Bars und Autodiebe. Sein Ausflug aus den eigenen engen Verhältnissen in die fremde Welt seiner offensichtlich zügellos lebenden Nachbarn wird zum tragischen Debakel. Simenon schildert, wie das wohl geordnete Leben des Leiters eines Reisebüros aus den Fugen gerät. Mich hat immer beeindruckt, wie glaubwürdig Simenon die unterschiedlichsten Charaktere und Mileus schildern kann, darin erscheint er mir als Autor einzigartig.
Simenon führt im sehr kurzen Vorwort des Buches aus: "Manche Kritiker, wenn auch nicht viele, und einige an schöne dicke Bücher gewöhnte ausländische Verleger haben mir vorgeworfen, daß ich nur kurze Romane schreibe. Für dieses Buch trifft das in besonderem Maße zu. Ich hätte es noch in die Länge ziehen können, doch dann hätte ich das Gefühl gehabt, meine Leser und mich selbst zu betrügen." Georges Simenon, Epalinges 27.Juni 1967
Die Fähigkeit eine Geschichte sehr prägnant und ohne viele Worte zu erzählen schätze ich an Simenon besonders. Nach der Lektüre von Simenon sind mir sehr dicke Bücher mehr als suspekt geworden. Die meisten davon taugen nichts.
Der Umzug -- Georges Simenon
Diogenes Taschenbuch,deutsche
Erstausgabe 1990
ISBN 3 257 21797 8
Buchzustand gut, 183 Seiten
Preis:
€ 59.- inkl. Versandkosten Europa
Im Preis enthalten ist die
hier abgebildete Illustration/Monotypie, Öl auf Papier,Format DIN A4
Sonntag, 15 Februar, 2009
Banon in der Provence - ein Ort mit Buchladen

Wir besuchten Banon an einem sonnigen Markttag im September letzten Jahres. Diesmal hatten wir etwas mehr Zeit auch um die berühmte Buchhandlung Le Bleuet zu besuchen (Siehe auch Beitrag im Blog Wandern und Zeichnen). Es macht wirklich Spass in diesem Labyrinth von Räumen zu stöbern. Mich interessierte natürlich vor allem die Abteilung Kunst. Mitgenommen habe ich dann einen Band aus dem Verlag Editions Quest - France, Carnets de Voyage de peintres chinois (ISBN: 978-2-7373-4210-3). Auf 140 Seiten werden Reiseskizzen aus der Bretagne von acht chinesischen Malern und Zeichnern vorgestellt. Es ist sehr aufschlussreich zu sehen, wie diese Künstler sich die Landschaft der Bretagne erschliessen. Der Bogen ist von traditioneller Tuschmalerei bis zu Ölskizzen gespannt. Neben akademisch ausgebildeten Malern sind auch Arbeiten eines Autodidakten zu sehen.
Mittwoch, 12 November, 2008
Agnes Martin 1912-2004 - Writings
Nach dem vorherigen Beitrag über eine etwas drastische Art Bilder zu erzeugen stelle ich heute als Kontrast, aber doch mit Zusammenhang, die kanadische Künstlerin Agnes Martin vor.
Ähnlich wie bei Burroughs spielt der Herstellungsprozess bei Agnes Martin eine wichtige Rolle, im Gegensatz zur Kunst realistischer Maler und Zeichner, die hauptsächlich oder ausschliesslich Interesse am Ergebnis haben.
Agnes Martin hat mit 92 Jahren im Jahr 2004 noch eine Ausstellung mit neuen Bildern in der New Yorker Galerie PaceWildenstein bestritten (Artikel im New Yorker).
Die Schriften von Agnes Martin zählen zu den interessantesten Texten, die ich von Künstlern kenne. Agnes Martin stösst mir ihren eigenartigen Gedankengängen, die sehr stark von buddhistischer Philosophie geprägt sind, direkt und ohne jeden kunsttheoretischen Ballast zu den Kernfragen des Künstlerdaseins vor. Besonders hervorzuheben ist vielleicht ein Vortrag (On the perfection underlying life - Über die Vollkommenheit die dem Leben zugrunde liegt), den Agnes Martin auf Anfrage des Institute of contemporary Art der Universität Pennsylvania vor jungen Künstlern gehalten hat und dessen Manuskript erhalten ist. Unter anderem wird darin ausgeführt :
"Ich bin hauptsächlich gekommen, um zu jenen unter euch zu sprechen, die (diese) Misserfolge erkennen. Ich möchte besonders zu jenen sprechen, die alle ihre Misserfolge erkennen und die sich unzulänglich und unterlegen fühlen, zu jenen, die sich als ungenügend empfinden, denen mangelt, was erwartet oder gebraucht wird. Ich möchte irgendwie erklären, daß diese Gefühle den natürlichen Geisteszustand des Künstlers darstellen, daß ein Gefühl der Enttäuschung und Niederlage der wesentliche Geisteszustand für kreative Arbeit ist."
Diese Texte sind nicht nur für Künstler sehr aufschlussreich, sondern für alle, die sich in irgendeiner Form für kreative Arbeit und ihre Bedingungen interessieren.
Agnes Martin Writings
Herausgegeben von Dieter Schwarz
Verlag Cantz 1991 5.Auflage
ISBN 3-89322-326-6 (171 Seiten, 13 Vorträge,8 Abbildungen, Text englisch und jeweils deutsch)
Nach der intensiven Arbeit mit gegenständlichen Zeichnungen ist in mir ganz natürlich das Bedürfnis entstanden, mich mit dem Vorgang des Zeichnens jenseits oder ohne realistischen Formgehalt zu beschäftigen. Die kleine Zeichung im Format von etwa 17,5X24 cm besteht aus unzähligen parallelen Tuschestrichen.
Der Versuch möglichst identische Markierungen zu hinterlassen führt ganz zwangsläufig zu Formschwankungen. Jeder Strich ist in Wahrheit ein Inpiduum. Diese Zeichenübungen, bei denen ich mich nur auf den Vorgang des Zeichnens bzw. der Federführung konzentriere und beobachte was geschieht bei dem vergeblichen Versuch völlig identische Striche oder Strichkombinatinen zu erzeugen, vermitteln mir unerwartete Einsichten und Impulse für meine gegenständlichen Arbeiten.
Freitag, 07 November, 2008
Gerhard Richter nervt (mich) und das auch noch im Wald
Letztes Wochende auf dem Büchertisch in der Kunstbuchhandlung : Gerhard Richter "Wald"
Ein fettes Buch mit hunderten von Seiten. Jeweils links Buchstabensuppe und rechts ein Foto eines jungen Laubmischwaldeswaldes (Esche,Ahorn etc.), wahrscheinlich eines Auewaldes, irgendwo bei Köln, wo man vorbeikommt,wenn man den Hund Gassi führt. Das Thema Wald wäre somit umfassend und abschliessend vom Großmeister totgeschlagen. Danke dafür !
Jetzt suche ich gerade das Link zum Buch und bekomme die Bestätigung zu Lokalität, Methode und Intention. Sauberle. Mit meinen Waldbildern werde ich mir nunmehr viel Zeit lassen können, mindestens bis zur nächsten Durchforstung im Hahnwald bei Köln
Donnerstag, 16 Oktober, 2008
Canvases and Careers Today - Criticism and Its Markets - oder die Kunstkritik in der Klemme
Unter dem Titel "Canvases and Careers Today" sind 11 Beiträge (in Englisch) zur Lage der Kunstkritik heute vom Verlag Sternberg Press (ISBN 978-1-933128-47-4 / 2008) veröffentlicht. Die Beiträge stammen von einer Konferenz aus dem Dezember 2007 an der Städelschule in Frankfurt, initiert durch das Institut für Kunstkritik. Der Titel der Konferenz spielt an auf "Canvases and Careers" von Harrison und Cynthia White (1965), die den Umbruch im französischen Kunstmarkt im 19. Jh. untersucht haben.
"Canvases and Careers today" wollte das Thema aufgreifen und ein "Update" liefern. War es damals das Erscheinen der Kunstkritik als neuer, maßgeblicher Faktor am Kunstmarkt, so befasst sich man sich heute mit eingreifenden Veränderungen am Kunstmarkt, die anscheinend oder tatsächlich die Kunstkritik überflüssig machen oder sie zumindest in eine Randexistenz drängen. Die Rollen sind längst nicht mehr klar und eindeutig verteilt, Händler sind Kritiker, Kritiker sind Künstler und Künstler werden zu Händlern.
Einfach ausgedrückt geht es nicht mehr nur um die Rolle, sondern um die Existenzberechtigung von Kunstkritik angesichts eines medial aufgeblähten,sich nach kapitalistischen Grundsätzen immer schneller verändernden Marktes. Die Bandbreite der Meinungen reicht von überflüssig bzw. nicht existent bis notwendig wie nie zuvor. Dabei scheint die Skepsis in den USA größer als in Europa.
Interessant ist der Band als Momentaufnahme für die Zustände in der Kunstkritik, aber auch am Kunstmarkt. Besonders hervorzuheben ist der Beitrag von Merlin Carpenter, dessen Beitrag auch im Netz steht (Link),weil er unteranderem klar genug die für Außenstehende normalerweise "unsichtbaren" Verknüpfungen (Seilschaften) zwischen Künstlern, Kritikern, Kuratoren und Galleristen anspricht. Beängstigend ist auch zu sehen, in welch krasser Weise sich die Cliquen der Kunstkritik eingemauert haben.
Freitag, 12 September, 2008
Kürzlich entdeckt: "Nicolas de Stael - Überlegungen zu Karriere und Nachleben" Dissertation von Petra Oepen
Derzeit lese ich über den bekannten Maler Nicolas de Stael. Im Netz ist eine sehr interessante Arbeit zu lesen,auf die ich aufmerksam machen möchte: "Nicolas de Stael - Überlegungen zu Karriere und Nachleben" Dissertation von Petra Oepen 2008.
Die kunsthistorische Betrachtung hat manchmal etwas von der kaltherzigen Zerlegung eines Kadavers durch den emsigen Insektenforscher,speziell wenn man dies selbst durch die Brille des Künstlers sieht. Aber zweifellos hat diese Arbeit großen Wert nicht nur für Liebhaber der Werke de Staels, sondern darüber hinaus auch für Künstler. Der analytische Blick auf eine Karriere und die Methoden, nach denen posthum eine Legende gestrickt wird, ist allemal erhellend.
Montag, 14 Juli, 2008
Soll man die Kunstzeitung lesen ?
Die meisten Kunstzeitungen sind ein Graus angefangen von Art,Monopol oder wie sie sonst noch heissen. Auch die Kunstzeitung ist ein Blättchen das fleissig in jeder Ausgabe ein paar neue Schweinderl durchs Dorf treibt und dazu "Hossianna - kreuziget ihn(sie) !" skandiert. Jedesmal, wenn ich eine Ausgabe in einem Museum mitnehme, habe ich das Gefühl das alles schon einmal gelesen zu haben nur mit anderen Namen.
Irgendwas wirklich substantielles findet man fast nie. Und um das fast geht es in diesem Beitrag. Es war einmal vor einem Jahr oder länger da gab es eine kleinen Beitrag über den Zeichner Rudolf Schönwald. Schönwald, Jahrgang 1928, hat ab 1985 über 100 Zeichnungen (Fettkreide und Bleistift)von alten Industrieanlagen hauptsächlich Kohleschachtanlagen in Belgien angefertigt. 67 Zeichnungen wurden in einem sehr schönen Katalogband "Schrei der Metalle,Industriekathedralen" im Verlag Pustet herausgegeben. Enthalten sind darüberhinaus zwei gut geschriebene Texte und ein Lebenslauf. Aus meiner Sicht ein wunderbares Buch für alle, die sich für Zeichnung begeistern.
Seither hoffe ich, immer mal wieder so etwas interessantes in der Kunstzeitung zu finden. Wenn das passiert werde ich auf jeden Fall hier darüber schreiben, wahrscheinlich in 2-3 Jahren oder so.Montag, 05 November, 2007
"André Jacquemin - gravures" ein Buchtipp
Ich habe einen neuen Link in meinen Blog übernommen - André Jacquemin. Diesen wunderbaren Künstler habe ich in einer Buchhandlung in Lyon zufällig entdeckt. Ein wunderschönes Buch in französischer Sprache mit zahlreichen Radierungen (weit mehr als auf der Webseite gezeigt werden) auf über 100 Seiten ist bei Fage Editions 2007 erschienen (ISBN13: 978-2-84975-1107,Euro 25.-). Es ist für mich immer wieder eine große Freude solche Überraschungen zu erleben. Am Ende des Buches ist eine schwarzweisse Photographie abgebildet,die André Jacquemin auf einem Hocker in der Landschaft zeigt (André Jacquemin gravant sur le motif). Die enge Verbundenheit des Künstlers mit der Landschaft ist in jedem Blatt sichtbar. Das Buch ist sehr schön mit Leinenrücken gebunden, im vorderen Teil des Einbandes mit starken Graukarton ist in einer Vertiefung ein Tiermotiv eingeklebt. Neben den einführenden Texten, einer Bio- und Bibliographie sind insgesamt 134 Arbeiten, hauptsächlich Radierungen, abgebildet und katalogisiert. Für mich ist dieses Buch eine Quelle der Inspiration und Ermutigung und gewissermaßen immer in "Reichweite".
Freitag, 14 September, 2007
Dominique Goblet - "Faire semblant c'est mentir" - So tun als sei es nicht gelogen
Vor einiger Zeit habe ich in einer Buchhandlung in Aix-en-Provence ein Comic-Heft mit dem Titel "Souvenir d'une journée parfaite" von Dominique Goblet gefunden. Die darin enthaltenen Bleistiftzeichnungen haben mich sofort begeistert.
Vor kurzem ist ihr neuestes Buch :"Faire semblant c'est mentir" bei L'Association,Paris, erschienen.
Dominique Goblet bewegt sich mit ihren Erzählungen aus dem Alltag zwischen Fiktion und Realität. In ihren Bildwelten entwickelt Sie eine ganz besondere Atmosphäre. Eigentlich kann man diese Art von Büchern nicht als Comic im üblichen Sinne bezeichnen,sondern es sind eher Künstlerbücher. Dominique Goblet arbeitet nicht mit aufdringlichen Effekten, sondern zieht den Leser mit subtilen, nuancenreichen Zeichnungen in den Bann. Die Figuren werden nicht zu perfekten Stereotypen entwickelt,die in jedem Bild gleich aussehen, sondern sie sind in jedem Bild inpiduell gezeichnet und verlieren so die maskenhafte Starre. Die vielfach skizzenhaft ausgeführten Illustrationen,die oft auch den Arbeitsprozess erkennen lassen, lassen den Eindruck eines sehr persönlichen, intimen Tagebuches entstehen. Mit einigen Bildbeispielen,die ich mit freundlicher Erlaubnis von Dominique Goblet hier zeigen darf, möchte ich auf ihre außergewöhnlichen, inspirierenden Arbeiten aufmerksam machen.
Auf Ihrer Webseite www.dominique-goblet.be kann man unter anderem auch in ihren Skizzenbüchern blättern.
In der Rubrik "Peinture" sind unter anderem die Arbeiten "Hommes-loups" zu finden,die eindrücklich zeigen, über welches Repertoire an Ausdrucksformen Dominique Goblet verfügt. Sichtbar wird auch, wie die Zeichnerin die unterschiedlichsten visuellen Eindrücke und Bildquellen zu einer ganz eigenen Bildsprache verschmelzen kann. Eindrücke von Film,Fernsehen und Pressebildern werden beim Betrachter hervorgerufen, dies bleibt jedoch oft nur angedeutet, schemenhaft ,unbestimt und nicht vollständig ausgeführt oder sogar zerstört. Von diesen Bildern geht eine eigentümliche Faszination aus,die sich der schnellen,oberflächlichen Lektüre widersetzt.
Ihr Buch "Souvenir d'une journée parfaite" hatte bereits die Grenzen des üblichen COMIC-Genre gesprengt. Der neueste stark autobiografisch beeinflusste Band, an dem Dominique Goblet seit 1995 gearbeitet hat, geht noch deutlich weiter. Das Buch ist in vier Kapitel unterteilt. Die einzelnen Kapitel sind in ganz unterschiedlicher Bildsprache und in einer Vielzahl von kreativen Techniken gestaltet. Dem Betrachter wird die Entwicklung der Hauptperson auch durch den sich in 12 Jahren wandelnden Zeichenstil verdeutlicht. So ist ein ungewöhnlich umfangreicher und reicht strukturierter Band entstanden. Ein anspruchsvolles,kühnes,sensibles und großzügiges Buch hervorragend gedruckt und mit sehr schöner Ausstattung.
Noch im September soll ein weiteres Buch mit dem Titel "Wolfmen" erscheinen....ich bin schon sehr gespannt.
"Faire semblant c'est mentir"
Dominique Goblet ISBN 978-2-84414-233-7 Preis ca. € 30.- L'Association,Paris
"Souvenir d'une journée parfaite" Dominique Goblet ISBN : 2-930204-35-4 Fremok 2001
Copyright aller in diesem Beitrag gezeigten Abbildungen bei Dominique Goblet
