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Dienstag, 02 März, 2010

Fürst Pückler Illustrationen auf Reisen

Ranunkeln in Guache

Anlässlich des 225. Geburtstage des Fürsten Pückler-Muskau wird eine Sonderaustellung mit dem Titel "Pückler usw., usw. - Rezeption, Vermarktung, Kult" im Rittersaal im Neuen Schoss Bad Muskau eröffnet. Die Ausstellung wird im Zeitraum vom 5.Mai bis 5. November 2010 zu sehen sein. (link Muskauer Park

Sechs der kleinen Illustrationen zu Graf Pücklers Aufenthalt in Arles sind zur Ausstellung ausgeliehen und nach Bad Muskau gereist. Ich freue mich sehr über das Interesse der Parkverwaltung an diesen Arbeiten, die nun für eine längere Zeit im Rahmen der Sonderausstellung in Bad Muskau zu sehen sein werden.

Die Begegnung mit Fürst Pückler ist meinem Interesse an der Provence geschuldet. Bei der Recherche über historische Reiseberichte über die Provence bin ich auf die Aufzeichungen des jungen Grafen gestoßen. Die Bekanntschaft mit dem leidenschaftlichen Landschaftsgärtner fügte sich dann ganz natürlich in mein Interesse an Landschaftsbildern ein.

Jetzt gibt es wirklich genug Anlass, die schon lange geplante Studienreise in den Landschaftspark Bad Muskau zu unternehmen. Bis dahin ist die Lektüre von Pücklers Andeutungen über Landschaftsgärtnerei und den Tagebüchern eines Verstorbenen voranzutreiben.

Donnerstag, 30 April, 2009

Vollkorn - ein Glücksfall für die Edition Handdruck

Jetzt ist sie wieder erreichbar, die Webseite, die sich doch mit etwas Understatement "Grafikfritze" nennt. Von dort kann man Vollkorn kostenlos beziehen, eine sehr schöne, gut lesbare Schrift, von einem jungen Typographen in Weimar gestaltet. Ganz zufällig hatte ich einen Verweis darauf im Netz gefunden und konnte es fast nicht glauben, daß man diese Schrift kostenlos verwenden darf, sofern man die Bedingungen der Creative-Commons-Lizenz einhält.

Schon Wochen vorher hatte ich gegrübelt, welche Schrift in dem kleinen Heft "Graf Pückler in Arles" eingesetzt werden sollte. Ich hatte schon fast resigniert, mit der vagen Aussicht einen bekannten Standard als Ausweg zu wählen. Aber nun ist alles ganz anders und viel besser gekommen. Sicher werde ich diese Schrift aus Weimar noch in weiteren Projekten verwenden. Von hier aus daher ein herzlicher Dank an den Gestalter der Schrift, den jungen Typografen und Schriftgestalter Friedrich Althausen in Weimar.

Vollkorn - Schrift von Friedrich Althausen,Weimar

Samstag, 11 April, 2009

Graf Pückler als Tourist in Arles

Ein kleines Künstlerbuch, das sich mit Graf Pückler befasst, ist fertig gestellt:

Hermann Graf von Pückler
Ein Auszug aus den Jugendwanderungen
Tagesnotiz vom 12. September 1809

Gestaltung, 6 monchrome Illustrationen , Nachwort
Edition Handdruck

Schrift : Vollkorn
Friedrich Althausen
99423 Weimar

Laserdruck auf Hahnemühle Bamboo 105 gr/qm
Format A5, 24 Seiten
Preis: € 7,50 + Porto

Ende 1809 begann der 24-jährige, ehemalige Offizier der Garde du Corps zu Dresden seine Reiseerlebnisse, die aber erst mehr als zwei Jahrzehnte später (1835) unter dem Titel "Jugendwanderungen" publiziert wurden, in Marseille aufzuzeichnen.

Arles Rohne Brücke Monotypie Edition Handdruck

Die Reise des jungen Grafen Pückler durch die Provence war ein Abschnitt einer ersten ausgedehnten Reise von drei Jahren bis zur Rückkehr nach Muskau 1810. Zuvor war Pückler schon längere Zeit in Süddeutschland und der Schweiz unterwegs gewesen, um dann zusammen mit seinem Weggefährten Wulffen auf einem Kahn, der spanische Truppen transportierte, von Lyon auf der Rhone bis nach Avignon zu reisen. Von dort führte der Weg, nach dem obligatorischen Abstecher zu den Fontaine de Vaucluse, über die traditionellen Stationen der Grand Tour Nimes und Montpellier nach Arles. Danach ging die Reise weiter über St. Remy und Orgon nach Marseille. Von dort schiffte man sich üblicherweise nach Italien ein.

Arles Arena Monotypie Edition Handdruck

Der Tag Mitte September in Arles verläuft eher enttäuschend. Der "tolle" Pückler erscheint noch als typischer Tourist, der weitgehend ausgetretene Pfade beschreitet. Für die Ereignislosigkeit des Tages entschädigt Pückler sich und den Leser mit einer umständlichen und reichlich verzierten Schilderung des provencalischen Stierkampfes. Diese geht nicht auf eigene Erlebnisse, sondern auf einen nicht namentlich genannten Gewährsmann zurück. Pückler hat demnach in Arles keinen einzigen Stierkampf gesehen, seine Beschreibung ist wahrscheinlich die Ausschmückung eines ihm als Reiselektüre vorliegenden Textes.

Pückler in Arles Stier in der Carmague Monotypie Edition Handdruck

Später wird sich seine Reiselust zu voller Blüte entfalten und aus dem Touristen wird der rastlose Reisende, der nicht nur Eindrücke und Andenken sammelt, sondern letzlich in Folge der Reisen tiefgreifend verändert wird.

Im Vorwort zu den Jugendwanderungen bittet Pückler seine Leser um Nachsicht mit seinen Aufzeichnungen, die er nicht überarbeitet aber gekürzt hat, um "der Frische des Kolorits und der Naivität des jugendlichen Ausdrucks nicht zu schaden". Pückler war sich offensichtlich der Schwächen seiner ersten schriftstellerischen Versuche bewußt und wollte Enttäuschungen vorbeugen, insbesondere nach dem großen Erfolg seiner zuvor anonym veröffentlichten "Briefe eines Verstorbenen".

Im Überblick auf den gesamten Lebenslauf scheint der 12. September 1809 im Leben des späteren Fürsten unbedeutend. Vielleicht ist es gerade die Ereignislosigkeit,der Kontrast zum ansonsten turbulenten Dasein des Fürsten Pückler, der veranlasst, hier innezuhalten und nachdenklich zu werden. Die Illustrationen zeigen sechs aktuelle, neuzeitliche Ansichten von Arles und Umgebung, sowie einige Architekturdetails aus dem Inneren des Rathauses und des Portals der Kathedrale St. Trophime.