Februar 2008

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Dienstag, Februar 26, 2008

Piranesi Paraphrase No.13 - Veduta della Basilica di S. Paolo furo delle mura

 Basilica di. S. Paolo delle mura,Piranesi Paraphrase der Edition Handdruck,MOnotypie

St.Paul vor den Mauern so lautet die deutsche Bezeichung für einen sehr beeindruckenden Kirchenbau,der vor allem durch die Entdeckung des Paulusgrabes im Jahr 2006 bekannt geworden ist. Nach einem schweren Brand im Jahre 1823 wurde die Kirche nach alten Plänen rekonstruiert, insgesamt hat sich der Anblick jedoch im Vergleich zu Piranesis Darstellung sejr verändert auch der Glockenturm wurde niedergerissen und ersetzt.

Piranesi hat auch in dieser Radierung eine sehr dynamische Bildauffassung vertreten. Anstelle einer symetrischen Frontansicht wird das Gebäude mit starker perspektivischer Verkürzung aus der Nähe gezeigt. Zum einen wird die Breite der Fassade durch die starke Streckung entlang der Diagonalen optisch überdimensional verlängert, gleichzeitig wird der Giebel von unten aus einer Ecksicht bis an den oberen Blattrand gestreckt und dort angeschnitten, um die monomentale Wirkung bis zum Maximum zu steigern. Auch sind die menschlichen Figuren in dieser Radierung geradezu winzig wiedergegeben. Hier zeigt sich einmal mehr die revolutionäre Bildauffassung Piranesis, die ihm zu Lebzeiten einiges an Kritik eingebracht hat.

Meine Paraphrase habe ich nicht monochrom angelegt,sondern neben schwarz drei Farben: Blau,rotbraun und gelbgrün verwendet. Im Bild unten ist ein Zwischenzustand auf der Glasplatte zu sehen. Die nach dem Abdruck zurückbleibenden Farbreste dienen mir als Orientierng bei weiterem Farbauftrag für die nächsten Druckschritte

monotypie ghost

Die Abbildung unten zeigt den Zustand der Monotypie zu diesem Zeitpunkt
monotypie ghost,Glasplatte mit Farbspuren,Edition Handdruck

Nach dem Himel in grüngelber Farbe wurden die wesentlichen Strukturen des Gebäudes in einem gebrochenen Blauton angelegt. Darüber wurden dann weitere Details bzw. Schattenpartien in Schwarz und Rotbraun gedruckt. So wird die gesamte Platte Schritt für Schritt durchgearbeitet. In dieser Technik lassen sich Details wie auch feine Tonwertabstufungen darstellen.

detail einer Monotypie nach Piranesi,Edition Handdruck

Kategorien/Categories: Basilica Paolo delle mura

Sonntag, Februar 03, 2008

Piranesi Paraphrase No.12 - Vedute del Romano Campidoglio con Scalinata che va' alla Chiesa d'Aracoeli

Piranesi Paraphrase römisches Kapitol Aracoeli Kirche

Auf diesem Blatt sind die Aracoeli Kirche (rechts) und der Senatorenpalast (links) abgebildet. Die steile Treppe zur Kirche wurde 1346 zur Erinnnerung an eine Pestepidemie angelegt. Die flache Treppe links wurde von Michelangelo entworfen und 1541-1554 gebaut.

Piranesi hat seine Radierung mit einer ungewöhnlich reichen Figurenstaffage ausgestattet. Diese Figuren sind jedoch im Vergleich zur Architektur typischerweise auf zwergenhafte Dimensionen reduziert.

Piranesi war im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen nicht an "Ruinenromantik" interessiert, vielmehr sind seine Darstellungen "ruinöser" Zustände als gesellschaftliche Kritik an der Vernachlässigung, der von ihm bewunderten Bauwerke zu verstehen (Lola Kantor-Katzovsky) . So hat Piranesi im Schatten der steilen Treppe einige, nicht zur prachtvollen Architekur passende, zeitgenössische Anbauten, die teilweise schon von Sträucher überwuchert sind,fast demonstrativ im Zentrum der Radierung aufgenommen. Im Vordergrund sind wie so oft Säulenfragmente als Hinweis auf die einstige Größe der römischen Antike dargestellt.

Eine Besonderheit in Piranesis Radierungen ist der Verzicht auf Kreuzschraffuren. Piranesi erzielt die unterschiedlichen Tonwerte durch Variation der Strichdichte und-stärke. Diese Methode wurde von Piranesi zu einer unglaublichen Perfektion entwickelt. Er erzielte damit geradezu malerische Wirkungen.

Kategorien/Categories: Kapitol und Aracoeli Kirche