September 2007
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Freitag, September 28, 2007
Piranesi Paraphrase No.6 - Ponte Salario - Monotypie
Der Ponte Salario war nicht nur für Piranesi ein interessantes Motiv.
Auch sein Lehrer Vasi hatte sich mit diesem Bauwerk befasst, eine
interessante Abbildung und weitere Informationenen findet man bei romanartlover.it.
Eine berühmte Darstellung stammt auch von Ludwig Richter. Jedoch
scheinen nur wenige Künstler diesen Ort aus eigener Anschauung
dargestellt zu haben.
Die Brücke an der Via Salara (Salzstrasse von der Küste nach Rom) ist
heute nicht mehr zu sehen, nur der in der Monotypie rechts im
Hintergrund angedeutete Turm ist teilweise noch erhalten.
An diesem Beispiel kann man die Unterschiede zwischen Vasi und Piranesi
gut studieren. Vasi zeigt eine eher nüchterne, stark an der Realität
orientierte Darstellung,also eine echte Vedute, während Piranesi die
Perspektive und die Proportionen stark verändert. Zusätzliche Dramatik
verleiht Piranesi der Szenerie durch die starken Licht- und
Schatteneffekte.
In einem sehr interessanten Aufsatz
von Fatma İpek EK and Deniz ŞENGELwird dieses Blatt näher
beschrieben, insbesondere die Merkmale des in der damaligen Zeit
diskutierten Begriffes der Erhabenheit (Sublime)werden an diesem
Beispiel erläutert.
In meiner Paraphrase habe ich den Ponte Salario im Vergleich zu Piranesis
Darstellung noch stärker "ruiniert", in der Tat habe ich versucht, das
gesamte Blatt in eine Art "ruinösen Zustand" zu versetzen.
Sonntag, September 23, 2007
Piranesi Paraphrase No. 5 - Ein Ausflug nach Paestum - Monotypie
Mit No.5 der Piranesi Paraphrasen bin der Versuchung zu einem Ausflug nach Paestum erlegen. In dieser Monotypie ist der Pronaos der Basilika in Paestum dargestellt. Diese Basilika war der Göttin Hera geweiht. Piranesi hat dieses Gebäude aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Hier treten die mächtigen Säulen wie ein Vorhang in der Vordergrund. Piranesi hat die Szenerie mit noch mehr Figuren ausstaffiert. Paestum wurde nach Jahrhunderten der Vernachlässigung im 18.Jh. wieder entdeckt und entwickelte sich zu einem beliebten Reiseziel für Touristen.
Kategorien/Categories: Pronaos Hera Tempel
Freitag, September 07, 2007
Piranesi Paraphrase No.4 - Der Bacchustempel - Monotypie
Der dramatische,in der Form wahrscheinlich frei erfundene, Schatten hat
mich bewogen den Bacchustempel als nächstes Motiv zu wählen. Piranesi
stellte das durch Umbauten sichtbar veränderte, antike Bauwerk in
eindeutig verwahrlostem, ruinösem Zustand dar. Die Zwischenräume der
Säulen im Eingangsbereich sind rücksichtslos durch Mauerwerk ausgefüllt
um Wohnraum zu schaffen,wie die Eingefügten Fenster in der Vorderfront
zeigen.
Aber selbst die zweckentfremdete Nutzung des Tempels als Wohnhaus
scheint bereits aufgegeben. Seitlich ist eine schräge Erweiterung zu
sehen, die vielleicht als nachträglich eingebauter Kamin zu deuten wäre.
Auf dem beschädigten Dach des Gebäudes wachsen zahlreiche Pflanzen,die
die Rückeroberung der sichtlich vom Einsturz bedrohten Architektur durch
die Natur ankündigen.
Piranesis Darstellung ist eine perfekte Inszenierung, die Realismus bis
ins kleinste Detail vortäuscht. Die Trostlosigkeit der Szenerie verneint
die Aussicht auf eine bessere Zukunft, sondern übt beissende Kritik an
der Prianesi so verhassten Geringschätzung römischer Baukunst.
Diese Inszenierung traf zumindest in der verklärten Sicht auf vergangene
Epochen den Zeitgeist.Piranesi verkaufte seine Vedute di Roma mit großem
Erfolg an die damaligen Rom-Touristen und Bildungsreisenden. Die
regelrechte Ruinenbegeisterung im 18. Jahrhundert ging teilweise soweit,
daß Gartenbesitzer vorhandene Gebäude künstlich zur Ruine gestalten
liessen oder gar "originalgetreue" Nachbauten römischer Ruinen in ihren
Landschaftsgärten errichten liessen.
Kategorien/Categories: Bacchustempel
Dienstag, September 04, 2007
Piranesi Paraphrase No.3 - Tempio di Giano
In dieser Monotypie nach Piranesi habe ich eine Darstellung des so
genannten Janusbogen aufgegriffen. Vermutlich war dieser quadratische
Triumphbogen mit vier Toren dem Kaiser Konstantin gewidmet. Das Gebäude
ist ein Lehmbau dessen Fassade mit Marmor verkleidet wurde. In den
zahlreichen Nischen befanden sich früher Statuen
Kategorien/Categories: Janus Bogen
