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Samstag, Juni 21, 2008

Piranesi Paraphrase No.18 Veduta della Basilica di S.ta Maria Maggiore

Piranesi Paraphrase No.18 Veduta della Basilica di S.ta Maria Maggiore

Vermutlich ist das Original zu dieser Paraphrase um 1748 entstanden. Damals wurde die Fassade von Ferdinando Fuga fertig gestellt. Piranesi hat wie in vielen anderen Fällen auch den Vordergrund mit anitken Säulenbruchstücken "garniert", die real so nicht vorhanden gewesen sind. Die Säule im Vordergrund stammt aus der bei einem Erbeben im Jahr 1349 stark beschädigten römischen Maxentius Basilika. Es ist die einzige der acht 20 m hohen Säulen, die das Erdbeben überstand und wurde 1614 von Papst Paul V. zur Piazza Santa Maria Maggiore gebracht.

Montag, Juni 02, 2008

Piranesi Paraphrase No.16 - Veduta della Facciata di dietro delle Baslilica di. S. Maria Maggiore

Piranesi Paraphrase No.16 - Veduta della Facciata di dietro delle Baslilica di. S. Maria Maggiore, Edition Handdruck

Paraphrase No.16 ist eine Bearbeitung der Rückansicht der Basilica S.Maria Maggiore, eine der sieben Pilgerkirchen und neben San Giovanni in Laterano und dem Petersdom eine der Hauptkirchen Roms.

Die Fassadengestaltung galt zu damaliger Zeit als sehr modern.Piranesis Arbeit zeigt einige Besonderheiten, die wohl als Indizien für seinen freien Umgang mit der Realität gesehen werden können. Auffällig ist beispielsweise die starke, teilweise asymmetrische Verzerrung in der Darstellung des rechten Kuppelturmes. Man kann hier ohne weiteres erkennen,daß die Regeln der Zentralperspektive nicht durchgehend eingehalten wurden. Gleichzeitig erscheint die Spitze des in der Vorderansicht hoch über die beiden seitlichen Kuppeln aufragende Campanile nur als Turmspitze. Man könnte vermuten,dass einige Geschosse des Uhrenturms den Grenzen des Formates "geopfert" wurden. Es wird angenommen,daß die Erstausgabe dieses Blattes 1756/57 erschienen ist.

Was die Position der Säule anbetrifft, so hat Piranesi anscheinend die reale Situation festgehalten. Rätsel geben dagegen die eigenartigen, umbundenen Baumgruppen mit Figuren im Vordergrund auf. Handelt es sich hier um den Versuch einer "städtischen Grünanlage" ? (Hier lohnt es sich die Originalarbeit mit dem hervorragenden Zoomviewer in der Online Kamei-Collection zu betrachten) Tatsächlich scheint es heute an dieser Stelle einige Bäume zu geben. Auffällig sind diese Bäume auch deshalb, weil in den meisten Veduten Bäume und Sträucher in der Regel an den Bildrand als Rahmung gedrängt sind oder aber als Zeichen der Verwahrlosung und Überwucherung im Bild Eingang finden.

In meiner Paraphrase habe ich mit der christlichen Symbolik, über deren Bedeutung in Piranesi`s Arbeiten auch spekuliert werden kann, "gespielt" und einen dramatischen Schattenwurf an der Gebäudefassade konstruriert. Zwei Figuren im tiefen Schatten betrachten von erhöhtem Standpunkt aus die Fassade. Die Entstehung dieses Blattes könnte unter dem Motto:" Learning from desaster" stehen. Entwickelt hat sich daraus ein Blatt mit Abweichungen von der Vorlage sowie dramatischer Lichtführung und "ruinöser" Stimmungslage.