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Sonntag, Dezember 02, 2007

Piranesi Paraphrase No.9 Ansicht des Antonius-und Faustina-Temples

Antonius Faustina Tempel- Piranesi Paraphrase Edition HAnddruck
Vermutlich hat mich die an einen Stier erinnernde seltsame "Verbauung" dieses antiken Tempels dazu verführt, den Tempel des Antonius und der Faustina als neunte Paraphrase zu bearbeiten.
Wie immer sind interessante Informationen natürlich auf Tempel des Antonius und der Faustina auf WIKIPEDIa zu finden. Aber auch die schier unerschöpfliche Quelle der Webseite von Roberto Piperno : Tempel des Antonius u. Faustina auf Romeartloverit zeigt wieder weitere Ansichten und das Umfeld dieses eigenartigen Gebäudes damals und heute.
Die Monotypie ist wieder in meinem Standardformat von ca. 35X50 cm in Ölfarbenausgeführt. Nachdem zunächst der Himmel und die groben Formen in verschiedenen Tonwerten in 3-4 Schritten angelegt waren, wurden die linearen Details ausgearbeitet und in mehreren Schritten übertragen. Zum Schluss wurde die Firgurenstaffage und die Vordergrundelemente hinzugefügt.
Piranesi macht den Vordergrund seiner Veduten oft zur Bühne für detaillierte Figurenszenen, die in der Literatur überwiegend als inszenierte Alltagszenen aus dem römischen Stadtleben beschrieben werden. Allerdings sind diese "Aufführungen" kaum in Zusammenhang mit der dargestellten Architektur zu bringen.Auch im vorliegen Beispiel zeigt das Original im Vordergrund eine kleine winzige Gruppe von Menschen, von denen eine Person ganz offensichtlich mit einem Fernglas steil nach oben in Richtung des Kruzifixes blickt.
Auch findet sich im Bild ein öfters von Piranesi verwendetes Element, ein Radkarren,der beladen wird oder ein einzelnes Speichenrad. Auch verwendet Piranesi erneut Ruinenreste als ins Bild führende Vordergrundelemente. Diese Szenerien sind sicher voll von Anspielungen und enthalten vermutlich viele Hinweise zu Piranesis Anschauungen. Leider ist mir nicht bekannt,ob es dazu Forschungsarbeiten gibt. Bezeichnend ist jedoch die "Distanz" die die Figuren zur Architektur haben, Alltagstreiben kann ich darin nicht unbedingt erkennen. Vielmehr scheinen die Figuren in der Betrachtung des fortschreitenden Zerfalls gefangen.